Abschlussworkshop Neophytenmanagement in der Euroregion Neiße 2013

 

26.09.2013 Vortragsveranstaltung im Salzhaus/ Zittau

9:30 Uhr wurde von Herrn Peter Müller (Mitte), Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Görlitz der Neophytenworkshop 2013 eröffnet.

Die Begrüßungsrede hielt Herr Dr. Christian Linke, Dezernent im Landkreis Görlitz (rechts). Fr. Petra Sochova (links), war für die zweisprachige Übersetzung an diesem Tag zuständig. Herr Ing. Martin Modrý hielt die Eröffnungsrede für die tschechische Seite (nicht im Bild). Moderiert wurde der Vortragsteil des Workshops durch Herrn Dr. Rolf Steffens, Bezirksnaturschutzbeauftragter.

 

Die Vortragsreihe wurde von Herrn Dipl.-Ing. Mike Krüger, Planungsbüro Ing. Krüger & Jedzig, eröffnet. Er stellte die Ergebnisse für den deutschen Teil des Projektes vor. Das Planungsbüro stellte eine wichtige Schnittstelle für alle Projektbeteiligten dar. Die wissenschaftliche Begleitung in Zusammenarbeit mit der TU Berlin sowie die Kartierung von Neophyten in Schutzgebieten und an ausgewählten Fließgewässern stellte neben der Projektkoordinierung und der Öffentlichkeitsarbeit den Schwerpunkt der Arbeit dar.

 

Im Anschluss stellte Herr Dipl.-Ing. Martin Modrý, Liberecký kraj, Abteilung für Landwirtschaft und Naturschutz, die Ergebnisse für den tschechischen Teil des Neophytenprojektes vor. Herr Modrý ist der Vertreter des tschechischen Projektpartners im Neophytenprojekt und zuständig für die Koordinierung auf tschechischer Seite.

Nach diesem Vortrag gab es eine kleine Pause mit Getränken und kleinen Snacks.

 

Herr Dr. Moritz von der Lippe, TU Berlin - Fachgebiet Ökosystemkunde / Pflanzenökologie, beim Vorstellen der wissenschaftlichen Inhalte des Projektes. Die TU Berlin erstellt im Rahmen des Projektes in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Ing. Krüger & Jedzig die Bewertungsmatrix, mit der in Zukunft verschiedene Neophytenstandorte bewertet werden sollen.

 

Nach der Mittagspause in der nahe gelegenen Gaststätte „Essbar“ präsentierte Frau Dr. Doreen Schmiedel (zusammen mit Herrn Dr. Eckehard-Gunter Wilhelm) vom Arbeitskreis Neobiota in Sachsen die Ergebnisse und Erfahrungen aus einem Projekt des Freistaates zum Vorkommen und Ausbreitungspotenzial von Neobiota in Sachsen.

 

Das Publikum lauschte sehr gespannt den Vorträgen.

 

Herr Dr. Thomas Gröger, Referatsleiter vom Referat Landschaftspflege/ Landschaftsentwicklung des SMUL gewährte interessante Einblicke in die zukünftige Förderpolitik im Freistaat Sachsen.

 

Herr Ing. Martin Dušek von der Agentur für regionale Entwicklung, Liberec schloss schließlich mit seiner Präsentation zum Thema "Die naturnahen Hochwasserschutzmaßnahmen und ihre Beziehung zu Vorkommen von invasiven Arten in der Landschaft" die Vortragsveranstaltung ab.

 

Als Abendveranstaltung wurden die beiden Zittauer Fastentücher besichtigt und man traf sich zum Erfahrungsaustausch beim Abendessen in der „Essbar“.

 

Die Vorträge der einzelnen Referenten können im Downloadbereich herunter geladen werden.

 

27.09.2013 Exkursion zu ausgewählten Neophytenstandorten in Tschechien und Deutschland

Die Exkursion am 2. Workshoptag startete um 9.00 Uhr am Salzhaus in Zittau. Man fuhr mit einem kleinen Bus zuerst ins Tschechische Projektgebiet.

 

Der erste Exkursionspunkt befand sich in Tschechien an der Neiße (Nisa) bei Andělská Hora. Die Exkursion wurde auf tschechischer Seite durch Martin Modrý, Liberecký kraj, Abteilung für Landwirtschaft und Naturschutz (Bildmitte) geleitet. Er präsentierte Verdrängungserfolge, aber auch Misserfolge von Staudenknöterichbeständen an diesem Standort.

 

Der zweite Exkursionspunkt befand sich am Neißeufer in Bílý Kostel nad Nisou. Herr Modrý zeigte einen Standort des Staudenknöterichs bei dem selbst der Einsatz von Chemie keinen Verdrängungserfolg erbracht hat, da der Staudenknöterich gegen das Mittel Round Up Bio Activ resistent geworden ist.

 

An diesem Abschnitt des Neißeufers befanden sich noch vor wenigen Jahren undurchdringliche Staudenknöterich-Dominanzbestände. Nach mehrjährigen wiederholten Chemieeinsatz konnten die Bestände massiv ausgedünnt werden. Durch das Hochwasser 2010 wurde das Flussufer teilweise weggeschwemmt und musste mit Steinen wieder befestigt werden. Ein großer Nutznießer des Hochwassers im Jahr 2010 stellt das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) dar. Sie profitiert durch die vielen vom Hochwasser geschaffenen Freiflächen, auf denen sie sich sprunghaft ausbreitet.

 

In der Nähe des letzten Standortes am deutsch-tschechisch-polnischen Neißeufer (Dreiländereck) sinnierte man über die Erfolge, wenn auf polnischer Neißeseite keine Verdrängungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Zum Mittagessen ging es zurück nach Deutschland in die Mensa der Hochschule Zittau.

 

Auf deutscher Seite übernahm Herr Dipl.-Ing. Andreas Jedzig, Planungsbüro Ing. Krüger & Jedzig, die Führung der Exkursion. Als erstes wurde ein ehemaliger Altarm der Neiße am Dreiländereck bei Hartau vorgestellt. Hier wird durch das Naturschutzzentrum "Zittauer Gebirge" schon seit vielen Jahren Staudenknöterich (Fallopia spec.) chemisch verdrängt. Die Erfolge sind deutlich sichtbar. So konnten sich ehemalige Dominanzstandorte wieder zu Staudenfluren entwickeln. Die durch das Hochwasser 2010 angeschwemmten Flusssedimente (siehe auch Foto vom Workshop 2011) sind mittlerweile wieder durch heimische Vegetation zugewachsen. Ein letzter Staudenknöterichspross wurde im Rahmen der Exkursion noch ausgestochen.

Zweiter Exkursionspunkt (ohne Foto) auf deutscher Seite stellten die Staudenknöterichstandorte an der Mandau (im Schülertal) nördlich Hörnitz dar. Hier mussten die Exkursionsteilnehmer die größte Strecke zu Fuß zurücklegen, um auch einmal die Erschwernisbewertung am konkreten Beispiel von Herrn Krüger vermittelt zu bekommen. Aufgrund der ehemaligen Größe der Einzelstandortes und dem unwegsamen Geländes konnte bisher noch nicht alle Bestände vollständig zurückgedrängt werden, zumal die letztjährigen Hochwasserereignisse immer wieder neue Rhizome vom Staudenknöterich anschwemmten.

 


Letzter Exkursionspunkt auf deutscher Seite war ein Goldrutenbestand auf einer ehemaligen Halde südlich Hartau, wo ersichtlich wird, das diese sich sehr rasch wieder ausbreiten können, wenn keine Mahd mehr stattfindet.

 

Mit dem Ende der Exkursion und des gesamten Workshops nahmen alle Teilnehmer eine Fülle an lehrreichen Eindrücken mit nach Hause.

(alle Fotos: Planungsbüro Ing. Krüger und Jedzig)