Kartierung von Problemneophyten

Eine Voraussetzung zum erfolgreichen Neophytenmanagement im tschechischen und deutschen Einzugsgebiet der Neiße und dem Einzugsgebiet der Spree ist die Schaffung einer guten Datengrundlage über die Verbreitung von Neophyten. Hierzu wird eine Kartierung ausgewählter Arten durchgeführt, die naturschutzfachliche Probleme verursachen können. Sie umfasst die Computer- und GPS-gestützte Ersterfassung bzw. Wiederholungskartierungen in regelmäßigen Zeitabständen. Dabei werden vorrangig naturschutzfachlich bedeutsame Bereiche (z. B. Naturschutzgebiete) und die Hauptausbreitungswege der betreffenden Arten erfasst.

Als Ergebnis soll eine digitale, GIS-basierte Standortkarte mit Datenbankanbindung in Form eines Kleinkatasters erstellt und einer Nutzung zugänglich gemacht werden.

 

Kartierkulisse

Die Kulisse, in der Kartierungen durchgeführt werden entspricht den kompletten deutschen Projektgebiet. In diesem Gebiet werden folgende naturschutzfachlich wertvolle Objekte kartiert.

 

1. Fließgewässer der 2. und 3. Ordnung mit einem Gewässernetz von cirka 500km

2. Alle Naturschutzgebiete

3. Flächennaturdenkmale

4. Lebensraumtypen (LRT) innerhalb von FFH-Gebieten

 

Neophyten

Neben den unter "Neophyten-Porträts" bereits erwähnten Arten werden zusätzlich weitere regional bedeutende Arten erfasst. Die weiterführenden Links stellen die einzelnen Arten auf NeoFlora im Steckbrief vor.

 

1. Acer negundo (Eschen-Ahorn)

2. Ambrosia artemisiifolia (Beifußblättrige Ambrosie)

3. Helianthus tuberosus (Topinambur)

4. Lupinus polyphyllus (Vielblättrige Lupinie)

5. Prunus serotina (Späte Traubenkirsche)

6. Robinia pseodoacacia (Robinie)

7. Rhus hirta (Essigbaum)

8. Symphoricarpus albus (Gewöhnliche Schneebeere)

9. Spirea spec. (Artengruppe Spiersträucher)

10. ?

 

Sollten kurzfristig neue als invasiv geltende Arten im Projektgebiet auftauchen, werden sie mit in die Erfassungen einbezogen.

 

Abb.1: Lupinen können ebenfalls Dominanzbestände ausbilden. Hier eine Staudenflur mit der Vielblättrigen Lupine auf dem Gebiet des ehemaligen Olbersdorfer Tagebaus. Bei der Renaturierung des Tagebaus wurden gezielt Lupinen ausgebracht, um ihre Fähigkeit zu nutzen, Luftstickstoff zu fixieren umd so die armen Kippenböden mit Nährstoffen anzureichern. Negativer Nebeneffekt war eine invasive Ausbreitung dieser Art auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus.

 

Methodik der Kartierung

Allgemein werden zwei verschiedene Kategorien bei der Neophytenerfassung unterschieden.

Tab.1: Diese Kartiermethodik wurde durch das Planungsbüro Ing. Krüger & Jedzig in Anlehnung an Vegetationsaufnahmen nach Braun-Blanquet entwickelt und für die Kartierung eingesetzt.

 

Abb.2: Aufnahme eines Knöterichbestandes entlang der Neiße. Die aufgenommen Daten werden dem jeweiligen Fließgewässerabschnitt zugeordnet und geben eine Aussage, welche Abschnitte der Neiße von Neophyten befallen sind. Die Abschätzung der Deckung und Anzahl der Neophytenstandorte bezogen auf einen Gewässerrandstreifen von beidseitig 10m auf die Länge des Fließgewässerabschnitts gibt eine zusätzlich quantitative Aussage zur Neophytenpopulation.